Das Gesetz und die Sünde – Die 1. Funktion

Römer 7, 7-13 (Link hier)
7 Was wollen wir hierzu sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wüsste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2.Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!« 8 Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden jeder Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. 9 Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, 10 ich aber starb. Und so fand sich’s, dass das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war. 11 Denn die Sünde nahm das Gebot zum Anlass und betrog mich und tötete mich durch das Gebot. 12 So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. 13 Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, auf dass sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, auf dass die Sünde über alle Maßen sündig werde durchs Gebot.

 

Eines Tages kam während eines Gottesdienstes in den USA ein neunjähriges Kind zum Pastor nach vorne. Es wirkte eingeschüchtert und voller Angst. Erwartungsvoll blickte das Kind zum Pastor und fragte:

„Werde ich nach dem Tod in den Himmel kommen?“ Erstaunt richtete der Pastor seinen Blick auf den Jungen. „Warum machst du dir darüber Gedanken?“

„Ich habe in der Bibel gelesen: Gehorche deinen Eltern! Aber ich habe meiner Mutter nicht gehorcht. Ich habe Angst davor, dass ich nun nicht mehr in den Himmel kommen kann.“

Die Eltern und die anderen Gottesdienstbesucher fingen an zu lachen, doch plötzlich nahm der Pastor eine drohende Stimme von oben kommend wahr: „Das ist eine Warnung an euch!“

Der Pastor ermahnte die Leute zu verstummen und fragte sie: „ Seid ihr auch so geistig sensibel wie der Junge?“

Wenn auch wir nicht geistig sensibel wie der Junge sind, dann sind wir den Pharisäern gleich! Bist du auch so geistig sensibel wie das Kind? Wir sollten dafür beten, dass der Heilige Geist zu uns redet, uns die Augen zur Wahrheit öffnet. Gott hat uns das Gesetz gegeben und durch das Gesetz macht er unseren Geist für sein Wort aufnahmefähig. Sein Wort hat im Text des Römerbriefes 7:7-13 drei wichtige Funktionen:

1. Funktion: Das Gesetz hilft uns, unsere Sünden zu erkennen.

Römer 7,7 (Link hier)
7 Was wollen wir hierzu sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wüsste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2.Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!«

 

„Begehren“, oder in anderen Übersetzungen „Gelüste“ bedeutet „ein starkes Verlangen zu haben, etwas zu tun“. Es handelt sich hierbei um ein innerlich starkes Verlangen nach etwas!

 

2. Mose 20,17 (Link hier)
17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

 

Die Ungläubigen in der Welt denken ganz anders. Vermutlich ähnlich, wie wir dachten vor der Bekehrung zu Jesus Christus. Sie glauben, dass ein Verlangen nach etwas keine Sünde, sondern völlig normal sei. Ihrer Auffassung nach denken alle Menschen gleich wie sie.

Wenn man sich dem Gefühl des Verlangens hingegeben hat und jemanden bestohlen oder betrogen hat, dann ist es vor dem Gesetz der Welt strafbar. Allein diesen innerlichen Wunsch zu haben, empfinden sie nicht als Sünde! Aber die Bibel schreibt darüber ganz anders. Dieses Begehren, das starke Verlangen etwas zu bekommen oder etwas zu machen – bereits der bloße Gedanke daran ist im Wort Gottes mit der Sünde gleichzusetzen!

Auch Jesus sagte, dass bereits der lüsterne Blick auf eine fremde Frau dem Ehebruch im Herzen gleichzusetzen ist. Du hast deine Frau im körperlichen Sinne nicht betrogen, aber gedanklich schon. Vor Gott gibt es keinen Unterschied.

In Korea gibt es ein Sprichwort: „Wenn mein Cousin einen Acker kauft, bekomme ich Bauchschmerzen.
“Wir wollen auch so oft, was andere haben. Wir glauben, der Besitz, das Geld macht uns glücklich. Doch reißt es so viele Menschen ins Unglück. Ist für dich die Geldgier eine Sünde? Wie denkst du darüber? Die Bibel sagt ganz klar, dass die Geldgier eine Sünde ist. Aber die Menschen in der Welt denken darüber meist anders. Die Menschen streben nach immer mehr Geld und Macht und können den Hals nicht voll genug bekommen. Wie bereits ein Sprichwort sagt: Geld regiert die Welt!

Auch Paulus hat die Geldgier als Götzendienst bezeichnet. Wer im Herzen die Habgier und Geldsucht trägt, hat kein Erbteil im Himmel verdient. Viele von uns nehmen an, dass jemand, der Kritik gegen seine Mitmenschen offen ausspricht, eine sehr gebildete Person sein muss. Wie kann er nur zu solch einer logischen Schlussfolgerung kommen und die anderen Belehren? Wie schafft er es, sich so gut und klar auszudrücken? Einerseits glauben viele, dass Kritik an jemanden oder etwas auszusprechen eine besondere Fähigkeit sei oder eine gewisse Qualifikation bedarf, üben aber oftmals selbst unüberlegter Weise Kritik gegen andere, wenn wir uns beleidigt oder angegriffen fühlen. Ist das eine normale, menschliche Reaktion? Was sagt die Bibel darüber?

 

Römer 2,1 (Link hier)
1 Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest.

Matthäus 7,1 (Link hier)
1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.

Sobald wir über andere schlecht reden, ihre Fehler und Schwächen kritisieren, wird auch unser Herr uns kritisieren.

 

Matthäus 6,25 (Link hier)
25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

und

32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

 

Die Kritik an den Mitmenschen ist mitunter eng mit der eigenen Sorge verknüpft. Was sagt uns die obige Bibelstelle? – Die Ungläubigen, die Gott nicht kennen, sorgen sich. Sie haben Angst vor der Zukunft. Sie sorgen sich, über genügend Nahrung und Kleidung zu verfügen.
Bist du ein Kind Gottes und hast du deine Sorgen in die Hand Gottes übergeben? Du solltest dahingehend deinen Glauben selbst überprüfen.

Wer seine Sünde nicht sieht, ist wie ein Wolf vor dem Jäger in der Eiswüste von Alaska. Dort tauchen Jäger ihr Messer in das Blut zuvor erlegter Tiere. Das Blut beginnt zu gefrieren und der Jäger taucht es abermals in das noch frische Blut ein. Immer wieder. Danach stellt er das Messer mit der gefrorenen Blutspitze senkrecht nach oben gerichtet auf. Im weiteren Verlauf wird der Wolf vom Geruch angezogen und leckt das Blut am Messer ab. Durch das gefrorene Messer friert auch seine Zunge ein, aber die Gier nach dem Blut ist größer, als die Gefahr zu erkennen. Seine Zunge wird taub und der Wolf schneidet sich am Messer das Maul auf, ohne selbst Schmerzen zu verspüren. So trinkt er sein eigenes Blut und stirbt – langsam und qualvoll!

Wer seine Sünde nicht kennt und dagegen nicht ankämpft, ist wie der Wolf. Er trinkt das Blut der Sünde. Du trinkst das Blut und weißt es nicht einmal selbst, welche Gefahr auf dich lauert.

Passend zu dieser Thematik noch folgendes Zeugnis: Ein Ehepaar steht vor dem 30. Hochzeitstag. Die Frau hat sich Gedanken gemacht, welches Geschenk sie sich zu diesem besonderen Jubiläum wünschen soll. Nach langem Überlegen ging sie zu ihrem Mann und äußerte ihm ihren Wunsch. „Kannst du mir zwei Stunden deiner Zeit schenken und mir dabei nur zuhören?“ Der Mann war etwas verblüfft, über den eigenartigen Wunsch seiner Frau. Aber der 30. Hochzeitstag ist ein ganz besonderes Jubiläum und zwei Stunden seiner Freizeit zu schenken empfand er als nicht allzu lange. Er machte den Tee für sie beide und fragte, ob sie denn nun bereit sei. Die Frau erzählte ihm über ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihre Trauer. Sie begann zu erzählen, dass sie sich vernachlässigt fühlte, aber sich von ihm nicht scheiden lassen wollte und über einen langen Zeitraum jeden Tag alleine weinen musste. Nach etwa einer halben Stunde wurde ihr Mann sehr unruhig. Auch er hatte doch noch so viel zu erzählen – über seine Probleme, seine Gedanken und seine Trauer. Aber im Vorfeld des Gespräches hatte er seiner Frau versprochen, ihr für zwei Stunden nur zuzuhören und nicht zu unterbrechen. Seine Geduld sollte sich auszahlen. Nach etwas mehr als einer Stunde veränderte sich langsam sein Gemütszustand. Durch die Worte seiner Frau wurde sein Herz berührt und er begann über das gemeinsame Eheleben nachzudenken. Er begriff, wie schwer die Last seiner Frau gewesen sein muss. Wie konnte sie nur die Trauer und diese Schmerzen ertragen? Nach Ablauf der zwei Stunden bedankte sich die Frau bei ihrem Mann, dass sie endlich alles sagen konnte. Alles, was sie so sehr über all die Jahre bedrückt hatte. Der Mann hat sich daraufhin vor seiner Frau hingekniet und um Verzeihung gebeten. „Ich habe dich und deine Gefühle überhaupt nicht gekannt! Bitte, bitte verzeihe mir!“ Das Ehepaar hat sich an diesem Abend versöhnt und noch viele weitere schöne Ehejahre zusammen verbracht.

Wie oft verletzen wir unseren Ehepartner, Freund oder Nachbar und sehen unsere eigene Sünde nicht? Stattdessen versuchen wir uns immer wieder vor der Wahrheit zu drücken, und zu rechtfertigen. Aber wir haben keine Ahnung, wie sehr wir die andere Person verletzt haben. Hast auch du Probleme oder bedrücken dich oder deinem Ehepartner Sorgen aus der Vergangenheit? Es könnte noch heute ein Neuanfang einer noch innigeren Beziehung zu deiner Frau oder deinem Mann werden, wenn auch du dir eine oder zwei Stunden Zeit nimmst, um ihre ganze Geschichte einmal zu hören.

Hast auch du wegen deiner begangenen Sünde geweint? Kennst du deine Sünde? Bist auch du vor dem Herrn gestanden und hast um Hilfe gebeten? Wir sollten unsere Sünden vor den Herrn bringen und diese nicht mehr weiter leugnen.

„… Herr, ich bin ein Sünder, verfallen meiner sündhaften Natur!“

Umso tiefgründiger wir unsere Sünden erkennen, umso mehr werden wir geistig sensibel und die Liebe Jesus klar und deutlich verstehen lernen. Wir sind nicht durch das Gesetz, sondern aus der Gnade Gottes gerettet. Erst wenn wir unsere Sünden zu Jesus bringen, können wir gerettet werden. Die Frage an dich: Siehst du durch das Wort Gottes in der Bibel, dem Gesetz, deine Sünde? Oder nur die Sünden anderer Menschen? Wenn du durch das Gesetz deine Sünde siehst, dann bist du ein gesegneter Mensch und dein Geist ist sensibel vor der Sünde. Aber wenn du durch das Gesetz lediglich die Sünden anderer Menschen erkennst, dann bist du noch geistig blind! Du sollst das Gesetz Gottes an dir anwenden und nicht zu sehr auf die fehlerhafte Natur anderer Menschen blicken.

Das Gesetz ist wie ein Spiegel für unseren Geist. Erst durch das Lesen der Bibel können wir unsere sündhafte Natur erkennen. Unsere Unvollkommenheit, unsere Verdorbenheit und Hoffnungslosigkeit wird uns durch das Lesen der Bibeltexte durch den Heiligen Geist gezeigt. Was wird danach geschehen? Unsere Augen werden aufgetan und wir werden unsere sündhafte Natur erkennen. Ich bin Sünder. Er ist Sünder. Wir alle sind Sünder vor dem Herrn! Das ist die erste Funktion des Gesetzes!

 

Römer 7,7 (Link hier)
7 Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2.Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!«


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Nächstes Thema: Das Gesetz und die Sünde – Die 2. und 3. Funktion.


Quellenangaben:

Titelbild: http://beforeitsnews.com/contributor/upload/291278/images/pastors.jpg (04.11.2017, 13:09) – Mann reicht kniender Frau die Hand.

 

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